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Messier-Katalog

Messier-Katalog - der beliebte Katalog zu Nebeln und Sternhaufen, ist eine Sammlung relativ heller und leicht zu entdeckender Deep-Sky-Objekte (Galaxien, Nebeln und Sternhaufen). Für Einsteiger in die Astronomie ist der Messier-Katalog besonders geeignet, da dessen Objekte mit Ferngläser und kleinen Teleskope gut auszumachen sind.

Objekte des Messier-Katalogs
Messier-Marathon

Charles Messier Charles Messier (1730-1817) - (1730-1817) ein französischer Astronom arbeitet ab 1751 am Pariser Marine-Observatorium am Hôtel de Cluny. Die damals unter Astronomen beliebte Jagd nach Kometen veranlasste Messier, einen Katalog von nebulösen Himmelsobjekten zu erstellen. Damit sollte die Unterscheidung zwischen nebligen Formationen und Kometen erleichtert werden, um bei späteren Suchen zeitraubende Verwechslungen zu vermeiden. Messier erstellte mehrere Listen zwischen 1758 bis 1781.

Die erste Version des Messier-Katalogs enthielt 45 Objekte und wurde 1774 in der Zeitschrift der Französischen Akademie der Wissenschaften in Paris veröffentlicht. Zusätzlich zu seinen eigenen Entdeckungen enthielt diese Version Objekte, die zuvor von anderen Astronomen beobachtet wurden, wobei nur 17 der 45 Objekte von Messier waren.


Pierre Méchain Der Astronom Pierre Méchain (1744-1801) erhielt 1774 eine Festanstellung bei der Kartenstelle der Marine in Versailles. Seine Aufgabe war die exakte Bestimmung der französischen Küstenlinie. Während seiner astronomischen Beobachtungen hielt er eine Bedeckung des Sterns Aldebaran durch den Mond fest. Im Jahr 1774 machte Jérôme Lalande, damals führender Astronom Frankreichs, Pierre Méchain mit Messier bekannt. 1779 gab es wieder eine Reihe neue Katalogeinträge, die abwechselnd von Messier, Johann Gottfried Köhler in Dresden und Barnaba Oriani in Mailand entdeckt wurden. 1780 arbeiteten Messier und Méchain zusammen, um weitere Nebel zu katalogisieren. Wie sein Freund Messier war auch Méchain ein „Kometen-Jäger“. Méchain entdeckte seinen ersten Kometen 1781 und bestimmte mathematisch dessen Umlaufbahn. Die Position unbekannter nebliger Objekte, bei denen es sich um Kometen handeln konnte, gab er an Messier weiter, der dies überprüfte und in seinen Katalog eintrug. Auf diese Weise entdeckte Méchain 26 Deep-Sky-Objekte. Die erste Entdeckung war die Spiralgalaxie M63, weiter der Kugelsternhaufen M80 sowie die Galaxien M102 und M103. Bereits 1780 war der Katalog auf 80 Einträge angewachsen.

Die dritte Auflage des Katalogs sollte 100 Objekte umfassen, aber schon als das Manuskript zum Druck eingereicht wurde, hatte Méchain drei weitere Objekte entdeckt und beschreiben. Von da an stellte Messier seine Suche nach weiteren Nebeln ein und konzentrierte sich wieder auf Kometen. Die letzte Fassung seines Katalogs mit 103 Objekten wurde 1781 in der Zeitschrift "Connaissance des temps" (Kenntnis der Zeit) veröffentlicht.

Messier erlitt 1815 einen Schlaganfall und musste die Ergänzung des Kataloges unterbrechen. Später erkrankte er außerdem noch an der Gicht, an welcher er bis zu seinem Tod im Jahre 1817 litt. In der Zwischenzeit hatte der deutsch-englische Astronom Wilhelm Herschel einen eigenen Katalog mit 2500 Objekten, welche er mit seiner leistungsfähigeren Ausrüstung entdeckt hatte, herausgebracht. Herschel benutzte eine Reihe sehr unterschiedlicher Teleskope, Reflektor mit 7,5" und 3,5" Refraktor. Messier hingegen habe sich auf ein Teleskop mit einer Brennweite von 60 cm beschränkt. Charles Messier gilt als Entdecker von 20 Kometen.

Insgesamt enthält der Messier-Katalog 110 Objekte - Galaxien, Nebel und Sternhaufen. Die Objekte sind in der Reihenfolge nummeriert, wie sie entdeckt und in den Katalog eingetragen wurden. In der ursprünglichen Fassung waren nur 103 Objekte eingetragen, die Objekte M104 bis M110 wurden nachträglich hinzugefügt. M104 wurde von Messier handschriftlich in sein eigenes Exemplar seines Kataloges eingetragen. In den Jahren 1781 und 1782 wurden von Méchain die Objekte M105 bis M109 entdeckt, welche auch in einem Brief an Johann Bernoulli Erwähnung fanden. M108 und M109 erwähnte Messier selbst in seiner Beschreibung des Objekts M97, nahm sie aber aus unbekannten Gründen nicht als eigenständige Objekte in seinen Katalog auf - ebenso M110, einen Satelliten des Andromeda-Nebels.

Die Voranstellung des Buchstabens „M“ in der Bezeichnung eines astronomischen Objektes kennzeichnet den Bezug zu dem Katalog von Messier. Etwa der Kugelsternhaufen „M13“, der Andromeda-Nebel „M31“, usw.

Für den Amateur-Astronomen ist der Messier-Katalog auch deshalb bemerkenswert, weil dieser am Ende des 18. Jahrhunderts zusammengestellt wurde, als die Teleskope noch nicht sehr stark waren. Das bedeutet, dass der Messier-Katalog nur die hellsten Objekte enthält, die heute am einfachsten mit einem Teleskop zu sehen sind. Es gibt aber auch sehr auffällige Objekte, die nicht im Messier-Katalog enthalten sind, wie die Sternhaufen „Chi Persei“ (NGC 884) und „h Persei“ (NGC 869), oder die Galaxie NGC 3628, welche zusammen mit ihren bei Messier gelisteten Nachbarn M65 und M66 das Leo-Triplett bildet.

Der NGC (New General Catalog) ist zwar ein vollständigerer Katalog und enthält eine viel größere Anzahl von Galaxien, Sternhaufen und galaktischen Nebeln, jedoch erfordern diese leistungsfähige Teleskope die im Amateur/Einsteigerbereich nicht vertreten sind.

Messier-Marathon - Unter einem Messier-Marathon versteht man einen Wettbewerb, bei dem die Teilnehmer mit Hilfe eines Fernrohres während einer einzigen Nacht alle 110 astronomischen Objekte des Messier-Katalogs aufsuchen müssen.

Ein Messier-Marathon kann wegen der jahreszeitlich verschiedenen Sichtbarkeit der Objekte nur im Frühling (etwa Ende März, Anfang April ) durchgeführt werden. In der klassischen Form des Wettbewerbs darf dafür nur ein manuell gesteuertes Fernrohr verwendet werden, d. h. ohne die heute häufigen, computergesteuerten GoTo-Montierungen. In einer abgeschwächten Variante wird zum Gewinner ernannt, wer innerhalb einer vorgegebenen Zeitspanne (etwa 2 Stunden) möglichst viele der aufgelisteten Objekte entdeckt.

Objekte des Messier-Katalogs

Hier finden Sie eine vollständige Liste der Katalogobjekte von Messier. Für alle Objekte werden Links zu Seiten mit detaillierteren Beschreibungen angegeben.

Filter:
Gesamter Katalog Galaxien Sternhaufen Nebel
- spirale - Kugel
- elliptisch - offene

Spiralgalaxien des Messier-Katalogs


Nr. in Messier und NGC-Katalogen Objekttyp Koord.
α
δ
Scheinbare Helligkeit Winkel-aus-dehnung Sternbild Andere
Namen
M31
M31 NGC 224
Spiralgalaxie 00h42.8m
+41° 16'
3,4m 3,17°×1° Andromeda
(And)
Andromeda- Galaxie
M33
M33 NGC 598
Spiralgalaxie 01h33.9m
+30° 39'
5,7m 71'×42' Dreieck
(Tri)
Dreiecks- Galaxie
M51
M51 NGC 5194,NGC 5195
Spiralgalaxie 13h29.9m
+47° 12'
8,4m 15'×7' Jagdhunde
(CVn)
Whirlpool- Galaxie
M58
M58 NGC 4579
Spiralgalaxie 12h37.7m
+11° 49'
9,6m 6'×5' Jungfrau
(Vir)
M61
M61 NGC 4303
Spiralgalaxie 12h21.9m
+04° 28'
9,6m 7'×6' Jungfrau
(Vir)
M63
M63 NGC 5055
Spiralgalaxie 13h15.8m
+42° 02'
8,6m 13'×7' Jagdhunde
(CVn)
Sonnenblumen- Galaxie
M64
M64 NGC 4826
Spiralgalaxie 12h56.7m
+21° 41'
8,5m 11'×5' Haar der Berenike
(Com)
Black-Eye- Galaxie
M65
M65 NGC 3623
Spiralgalaxie 11h18.9m
+13° 05'
9,3m 10'×3' Löwe
(Leo)
M66
M66 NGC 3627
Spiralgalaxie 11h20.2m
+12° 59'
9,0m 9'×4' Löwe
(Leo)
M74
M74 NGC 628
Spiralgalaxie 01h36.7m
+15° 47'
8,5m 11'×10' Fische
(Psc)
M77
M77 NGC 1068
Spiralgalaxie 02h42.7m
+00° 01'
8,9m 7'×6' Walfisch
(Cet)
M81
M81 NGC 3031
Spiralgalaxie 09h55.5m
+69° 04'
6,8m 27'×14' Großer Bär
(UMa)
Bode- Galaxie
M82
M82 NGC 3034
Spiralgalaxie 09h55.9m
+69° 41'
8,4m 11'×4' Großer Bär
(UMa)
Zigarren Galaxie
M83
M83 NGC 5236
Spiralgalaxie 13h37.0m
-29° 52'
7,5m 13'×12' Wasser-schlange
(Hya)
südl. Feuerrad Galaxie
M88
M88 NGC 4501
Spiralgalaxie 12h32.0m
+14° 25'
9,6m 7'×4' Haar der Berenike
(Com)
M90
M90 NGC 4569
Spiralgalaxie 12h36.8m
+13° 10'
9,5m 10'×4' Jungfrau
(Vir)
M91
M91 NGC 4548
Spiralgalaxie 12h35.4m
+14° 30'
10,1m 5'×4' Haar der Berenike
(Com)
M94
M94 NGC 4736
Spiralgalaxie 12h50.9m
+41° 07'
8,2m 11'×9' Jagdhunde
(CVn)
M95
M95 NGC 3351
Spiralgalaxie 10h44.0m
+11° 42'
9,7m 7'×5' Löwe
(Leo)
M96
M96 NGC 3368
Spiralgalaxie 10h46.8m
+11° 49'
9,2m 8'×5' Löwe
(Leo)
M98
M98 NGC 4192
Spiralgalaxie 12h13.8m
+14° 54'
10,1m 10'×3' Haar der Berenike
(Com)
M99
M99 NGC 4254
Spiralgalaxie 12h18.8m
+14° 25'
9,9m 5'×5' Haar der Berenike
(Com)
M100
M100 NGC 4321
Spiralgalaxie 12h22.9m
+15° 49'
9,3m 7'×6' Haar der Berenike
(Com)
M101
M101 NGC 5457
Spiralgalaxie 14h03.2m
+54° 21'
7,7m 29'×27' Großer Bär
(UMa)
Feuerrad- Galaxie
M104
M104 NGC 4594
Spiralgalaxie 12h40.0m
-11° 37'
8,0m 9'×4' Jungfrau
(Vir)
Sombrero- Galaxie
M106
M106 NGC 4258
Spiralgalaxie 12h19.0m
+47° 18'
8,3m 19'×7' Jagdhunde
(CVn)
M108
M108 NGC 3556
Spiralgalaxie 11h11.5m
+55° 40'
10,0m 9'×2' Großer Bär
(UMa)
M109
M109 NGC 3992
Spiralgalaxie 11h57.6m
+53° 23'
9,8m 8'×5' Großer Bär
(UMa)

Messier-Marathon

Messier-Marathon - eine Art "Rennen" für Hobby-Astronomen. Nein, man muss nicht mit dem Teleskop unterm Arm irgendwohin laufen :). Zweimal im Jahr, je bei Neumond Ende März und im Oktober, ist die Erde so positioniert, dass alle Objekte des Messier-Katalogs in einer Nacht zu sehen sind! Und so lautet auch das Ziel des Messier-Marathons. Und ja, es geht nicht erstrangig darum, die Himmelskörper zu beobachten, sondern um den schnellen und geschickten Umgang mit dem Teleskop. Dennoch ist ein Messier-Marathon eine großartige Gelegenheit sich von der Schönheit der Objekte begeistern zu lassen! Aber freuen Sie sich nicht zu früh, wenn Sie diesen Artikel zu der erwähnten Zeit lesen: Um den Messier-Marathon durchzuführen, müssen Sie zu im erwähnten Zeitraum zwischen 10 ° und 35 ° nördlicher Breite sein ...

Lassen Sie sich jedoch nicht entmutigen. Messier-Marathons können auch in Deutschland durchgeführt werden (üblicherweise im März), wenn auch in einer begrenzten Form. Die Hauptsache ist, den richtigen Zeitraum zu kennen. In Deutschland werden Sie die südlichsten Objekte freilich nicht sehen, da sie jenseits des Horizonts sein werden. Aber alle anderen werden sich über Nacht in Ihrem Blickfeld befinden.


Diese Version des Messier-Katalogs verwendet Bilder von www.nasa.gov (NASA) und anderen Quellen. Die Bilder des Hubble-Teleskops sowie weiterer Autoren unterliegen, sofern nicht anders angegeben, der Public Domain (nach Wikipedia) und sind somit zur kostenfreien öffentlichen Nutzung verfügbar.

Ich bedanke mich für die Übersetzung bei:
Reinhold Pfitzinger, 91781 Weißenburg, 091416851emailt-online.de


Nikolay Kurdyapin, astro-map.com  
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